Die Stadtverordnetenversammlung vom 29.09.2025 war keine Bühne für ein „Trauerspiel“, sondern Ausdruck demokratischer Verantwortung in schwierigen Zeiten. Die Behauptung, Leun sei „pleite“ und handlungsunfähig, ignoriert die Realität: Die Stadt steht vor finanziellen Herausforderungen, ja – aber sie begegnet ihnen mit Bedacht, nicht mit Aktionismus.
Nachhaltige Kommunalpolitik bedeutet, nicht unter Druck zu handeln, sondern sorgfältig abzuwägen. Wer heute hektisch verkauft, verliert morgen Gestaltungsspielräume. Die Liegenschaften „Am Wackenbach“ und die Halle in Leun sind keine Last, sondern Potenzial – für Wohnraum, soziale Infrastruktur oder ökologische Ausgleichsflächen. Ein vorschneller Verkauf mag kurzfristig Einnahmen bringen, aber langfristig schadet er der Entwicklung unserer Stadt. Nachhaltigkeit heißt: klug entscheiden, um morgen wieder handlungsfähig zu sein.
Die pauschale Kritik am Bauausschussvorsitzenden und seiner „treu ergebenen Anhängerschaft“ verkennt, wie komplex kommunale Entscheidungen sind. Projekte wie das Feuerwehrgerätehaus, ein Pflegeheim oder eine Tankstelle betreffen nicht nur Zahlen, sondern Menschen, Flächen, Genehmigungen und Fördermittel. Dass manche Vorhaben nicht sofort umgesetzt wurden, liegt nicht an Blockade, sondern an Verantwortung. Wer einfache Lösungen verspricht, ignoriert die Tiefe der Aufgabe.
Mandatsträger sind gewählt, um die Interessen der Bürgerinnen und Bürger zu vertreten – und das tun sie, auch wenn Entscheidungen nicht jedem gefallen. Die Bürgerversammlung im November bietet erneut Gelegenheit, Fragen zu stellen, Kritik zu äußern und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Was Leun jetzt braucht, ist keine Polemik, sondern Zusammenarbeit.
Denn wer wirklich etwas will, sucht nicht Schuldige – sondern Wege.